Artikel der elektronik zu ungleicher Verteilung des Schrotts

Diskussionsforum zu ElektroG und EU Umwelt Richtlinien

Moderator: Guido Körber

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Christoph Hesselmann
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Post by Christoph Hesselmann »

das ist mit sicherheit eins der "hot topics" im moment. erstmals werden die konsequenzen für die registrierten hersteller (und hier vor allem für die kleinen) deutlich. vorerst ist vor allem die geräteart "kälte-/klimageräte und ölradiatoren" betroffen, die frage ist nur: wie lange noch?

in die gleiche kerbe haut übrigens ein gerichtsurteil vor dem vg ansbach vom anfang dieses monats (aktenzeichen an 11 s 07.02458, etc.): hier klagte ein hersteller, der in der genannten geräteart registriert ist, zusammen mit seinem entsorger gegen das ear. der von ihm gemeldeten input-menge von knapp über einer tonne standen im jahr 2007 immerhin 14 abholanordnung mit gewichten von je etwa 3,000 tonnen gegenüber (davon ergingen offensichtlich alleine 8 am gleichen tag). die klage wurde abgewiesen.
Guido Körber
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Post by Guido Körber »

Haben Sie dazu einen Link?
Christoph Hesselmann
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Post by Christoph Hesselmann »

es gibt nun scheinbar eine logische erklärung für das aufgetretene phänomen: angeblich hat die stiftung ear einen extrem hohen durchschnittswert zur schätzung der abholmenge in der geräteart "kälte-/klimageräte, ölradiatoren" angesetzt. ein oder mehrere größere einschlägige hersteller sollen dann die meldung der korrekten (wesentlich niedrigeren) output-gewichte für längere zeit nicht vorgenommen haben (vermutlich "versehentlich"), so dass besonders kleinere hersteller, die immer prompt ihre output-meldungen vorgenommen haben, eine explosionsartig angestiegene anzahl an abholanordnungen erhielten.

offenbar erst auf intervention des uba und eines entsorgerverbandes wurde das durchschnittsgewicht deutlich abgesenkt (vgl. ear: berechnung durchschnittliche output-mengen), mit dem erfolg, dass ab anfang november die abholungen schlagartig nachliessen (bei allen meinen kunden ist seitdem keine abholung mehr erfolgt). es wird interessant sein zu beobachten, ob der mysteriöse abholalgorithmus der stiftung ear diese überschussmengen auf lange zeit gutschreibt, oder ob diese als "kollateralschäden" (ot des entsorgers) verpuffen. kleines beispiel dazu: einer meiner kunden hat etwa 20 tonnen für dieses jahr angemeldet, aber schon > 100 tonnen abgeholt. das sind mal locker über euro 20.000, die in der deckungsbeitragsrechnung sicher so nicht berücksichtigt wurden. bekäme er die zu viel abgeholten mengen wirklich zu 100% gutgeschrieben, müsste er (bei etwa gleichen verkaufsmengen) wohl 4-5 jahre ruhe haben.


edit: tippfehler.
Last edited by Christoph Hesselmann on Wed Feb 20, 2008 12:09 am, edited 2 times in total.
Guido Körber
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Post by Guido Körber »

Ich fürchte wir sollten keine Wetten darauf abschließen, ob die Mengen über das Jahresende hinaus angerechnet werden. Irgend eine Ursache muss es ja haben, dass die großen Unternehmen so glücklich sind mit der deutschen Lösung, schließlich ist die Entsorgung nirgendwo so billig wie hier. Warum wohl?!?
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